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Dämliches allzu dämliches 7

Du denkst das Haus bräuchte lediglich eine einfache Reparatur, eine oberflächliche Sanierung; du denkst die Wand bräuchte lediglich neue Farbe, hier ein wenig reinigen, da ein bisschen wischen, dann ist alles gut. Nur jetzt scheint die Sonne und das Fundament des Haus offenbart sich in all seiner Zerbrechlichkeit. Als es noch dunkel war, hat es gereicht ein Fundament aus religiösen Narrativen zu bauen. Ein Feindbild und eine erleuchtete Erlösung, das Verdammnis liegt da unten, keiner darf hin. Was du nicht sehen kannst, fürchtest du unendlich. Dann kommt die Sonne und das Verdammnis sieht anders aus als erwartet. Beton, der schlecht gebaut wurde, er hat tiefe Risse, eigentlich ist er schon kaputt. Das Problem bist nicht du, nicht der Beton und nicht das Licht, das Problem ist alles! Das Haus dürfte hier nicht stehen. Es dürfte nicht Mal gebaut werden.

Als der Nil nach Hause fuhr

Heute ist kein gewöhnlicher Tag. An solchen Tagen muss ich öfter an sie denken. Ein dumpfer Knall weckt mich auf. Ich mache ein Auge auf, meine Sicht ist noch verschwommen, ich blinzle ein paar Mal um mein trübes Auge zu klären. Meine rechte Wange ist tief im Kopfkissen vergraben, es fühlt sich feucht an und es stinkt als hätte ich eine tote Hyäne geknutscht. Langsam kann ich sehen, mein Auge wandert umher, ich erkenne mein Zimmer, ich liege auf meinem Bauch mit gespreizten Beinen und mein linker Arm hängt vom Bett, sodass meine Fingerkuppen den staubigen Holzboden berühren. Mein Mund ist furchtbar trocken, mein ganzer Speichel ist im Kissen versickert. Ich kann nicht aufstehen, ich brauche immer mindestens eine halbe Stunde um zu mir zu kommen, mein System fährt langsam hoch, sage ich immer, es sind jedoch die steifen Gelenke. Die Gene sind schuld. Ich habe den Knall gehört, ich bin aber nicht so einer, der schnell aus dem Fenster guckt, um nachzusehen, was gerade passiert ist, ich...

Evening Coffee

Vigorously trying to cross the tram lines I walked heading to the coffee shop. - “A cup of espresso macchiato please", I asked the waitress kindly. - "Espresso What?” - “Espresso macchiato, you Simply make the usual espresso and add some…. forget about all that, I would like a cup of cappuccino, more foam, less milk if allowed”, I answered briefly. The waitress Looked at me and muttered something…. I replied with a confident smile. I explored the place looking for an empty place. - “damn it, the cafe is full”, I thought in inaudible voice . - “cappuccino, more foam, less milk” the waitress calls me with a tensed tone. - “Uh, I would also like a piece of dark Brownie, thank you” I ordered, trying to win few more seconds to scan the place again to find an empty seat. - “Aha there against the large window”. I do not like to draw attention by standing in the middle of the cafe searching for place to sit. - “Is anyone sitting here?” I asked kindly again. - “N...

Herr Brown

An irgendeinem Montag im Jahre 1967. Der Ort ist ein Manhattener Wolkenkratzer. In der Lobby vor dem Fahrstuhl wartet Herr Robert L. Matterson, unter seinem linken Arm ist die heutige Ausgabe der Times: "Wir fahren zum Mond!" Die prahlend aufgeblasenen Kronleuchter hängen von der Decke hell herab wie tausend winzige Sonnen. Mit seiner rechten Hand hält er die Hand Grace Banks' fest, er grüßt jeden und grinst als hätte er heute Morgen zwei Millionen Dollar im Lotto gewonnen. Der Fahrstuhl kommt, die Tür geht auf, Männer in Anzügen und Krawatten steigen aus, alle grüßen sich gegenseitig mit leicht überzogenem Nicken oder mit kurzer Hebung des einzelnen Hutes. Neben dem Schalter im Fahrstuhl steht Jeremiah Charley Brown. Er grüßt Herrn Matterson. "Herr Matterson! Guten Morgen." "Bobby! Nur Bobby, Jeremy! Wir haben darüber gesprochen, oder?" Jeremiah nickt leicht lächelnd. "Hier, das ist meine Freundin Grace. ...

Coração do Porto

Blaue Mosaik Glückliche Tiere auf Wänden Menschen in Gewinden Runde Brille und versteckte Augen Ein Lächeln Ein Grinsen Eine nüchterne Träne Und leckere Melodie auf der Zunge Lange Schlange vorm Buchladen Keiner kauft ein Buch Ein Gewimmel vor der Kathedrale Keiner betet Keiner holt das Tuch Ein schläfriger Rabelo Eine aufgeregte Möve Kleine Gassen Winzige Balkone Greiser Glanz Unterm modernen Staub Und eine Dose Sardinen In Café D'ouro spitzelt keiner mehr Der Diktator ist tot Die Angst duftet jedoch wie gestern Der Kaffee auch Da wo wir saßen Sitzen jetzt zwei andere Sie küssen sich Danach münden sie in den Ozean

Quitt

Ich sah dich in meinem Traum. In deiner Wohnung liefst du hin und her, eine verletzte Löwin. Dein Handy in deiner Hand, du wolltest meine Nummer eintippen. Dein geschmeidiges rotes Haar wollte nicht hinter deinem Ohr bleiben, da wo du es immer wieder einsteckst, es fällt ständig herunter und sperrt dir deine Sicht, jetzt schluchztst du, du weißt auch nicht, ob es an deinem blöden Haar liegt oder dran, weil deine Augen wieder Mal jucken, da du die Kontaktlinsen lange daran hast oder auch weil du meine Nummer nicht mehr weißt. Die letzten vier Ziffer, was waren sie noch Mal? Jetzt weinst du! Wegen deines Haars und wegen meiner Nummer und wegen des unfairen Schicksals und wegen deines ermüdeten Herzens. Du schmeißt das Handy auf Bett und legst dich auf das Sofa, jetzt fließt alles aus dir heraus; die Erinnerungen, die Sehnsucht, der Zorn und die Müdigkeit, du willst zu mir, zu deinem sicheren Hafen, alle Piratenköniginen sind auf h...

Der Ruf des toten Vogels

Immer wenn er da ist, schaut er mich skeptisch an. Für ihn mache ich nie etwas richtig. Er sitzt, oder auch steht, man weiß es nicht genau, immer links von mir zur Seite und schreit drei mal. Es sind kurze und tiefe Läuten, als würde er "hey, nicht so!" meinen. Und immer wenn ich dann zu ihm schaue, den Kinn nach oben fragend, "Wat denn?" "Chill mal!", schreit er. Der wild braune Uhu ist ruhig, er taucht zuweilen auf, sagt seinen Satz und verschwindet auch schnell danach. Zuweilen beobachtet er mich tagelang ohne etwas zu sagen, er schaut hin mit seinen fürchterlichen rotorangen Augen als würde es ihn belustigen, mich zu verunsichern. Dann vergehen Wochen und Monate ohne ihn. Er tut mir nichts, ich mag ihn trotzdem nicht, seine Anwesenheit ist schwerwiegend, sie drückt auf meine Brust als wäre ich Zweihundert Meter in die Atlantik abgetaucht. ich traue ihm nicht; er schaut mich ständig vorwurfsvoll mit seinen Schlitzaugen an, ich habe das ...